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VON SYLKE KAUFHOLD
DESSAU/MZ - Nach langer Diskussion erhielt die Beschlussvorlage des Jugendamtes eine knappe Mehrheit von den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses. Zufrieden aber war das Gremium mit dem Ergebnis nicht: Der Standort für die neue gemeinsame Kinderfreizeiteinrichtung nach der Zusammenlegung von Schülerfreizeitzentrum (SFZ) und Station Junger Techniker wird nun doch die Schaftrift sein.
"Wir müssen die beschlossene Zusammenlegung endlich vollziehen." Gerd Raschpichler Sozialdezernent
Vorläufig - so steht es im Beschluss. Die endgültige Entscheidung zum Standort der neuen gemeinsamen Freizeiteinrichtung -zur Debatte stehen Rennstraße, Schaftrift oder ehemalige Heideschule in der Hinsdorfer Straße -soll in Zusammenarbeit mit dem Baudezernat erfolgen. Dabei seien auch die Törtener Straße und der Schlossplatz zu betrachten. "Wir brauchen eine integrative Entscheidung mit Blick auf die langfristige Stadtplanung", erklärte Sozialdezernent Gerd Raschpichler. Ein "und" zwischen den Einrichtungen werde es aber nicht geben, verdeutlichte er. "Es sind konkurrierende Standorte."
Es ist die Finanznot der Stadt, die drängt. "Wir haben keinerlei Ermessensspielraum mehr und müssen die beschlossene Zusammenlegung der beiden Einrichtungen endlich vollziehen", verdeutlichte Raschpichler die Lage. Im März 2008 war in der Haushaltskonsolidierungskonzeption die Zusammenlegung von SFZ und Station beschlossen worden.
Und noch ein Argument spricht aus Sicht der Verwaltung für den Standort Schaftrift: Die Zusammenführung beider Einrichtungen ist quasi zum Nulltarif zu kriegen. Die Station Junger Techniker wurde 2000 generalsaniert. Investitionen sind nicht notwendig.
Nach Auffassung der Verwaltung soll die neue gemeinsame Kinderfreizeitstätte erst einmal in der Schaftrift bleiben, bis die Bauarbeiten in der Rennstraße oder in der Heideschule abgeschlossen sind. Das Gebäude des SFZ sollte mit Mitteln des Programms "Soziale Stadt" als Freizeiteinrichtung generalsaniert werden.
Ein Auszug während der Bauphase wäre in jedem Fall erforderlich, so Jugendamtsleiterin Heike Förster. "In dieser Zeit können wir Erfahrungen sammeln, wie der Standort Schaftrift angenommen wird." Sie selbst könne sich die Schaftrift durchaus als endgültigen Standort vorstellen.
"Wenn wir ehrlich sind, stellt sich doch jetzt nur noch die Frage, ob Schaftrift oder Heideschule", zweifelte auch Frank Hoffmann die Vorläufigkeit im Beschluss an. "Dass die Einrichtung in die Rennstraße zurück zieht, ist doch unvorstellbar." Jan Geier sah das ähnlich und wollte der Beschlussfassung eine Diskussion der Bewertungsmatrix voranstellen, die von der Verwaltung zugrunde gelegt wurde. "Sie trifft den Kern nicht und verfälscht die Aussage", meinte Geier und wollte die Bedeutung der einzelnen Kriterien gewichten. "Für mich ist die Anbindung an den ÖPNV bedeutsamer als die Größe der Freifläche", nannte er ein Beispiel. Isolde Grabner kritisierte, dass der demographische Faktor völlig fehle. Auch sie hatte Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung. "Wir erwarten seit drei Sitzungen eine vernünftige Bewertungsmatrix von der Verwaltung und sollen jetzt ohne Diskussion darüber beschließen, dass wir die Kinder in die Schaftrift schicken und in der Rennstraße das offene Angebot wegfällt. Damit bin ich auch nicht mehr einverstanden."
Die Diskussion der Bewertungskriterien soll nun im Vorfeld der endgültigen Standortentscheidung - die soll nach Jugendhilfebeschluss im März fallen - geführt werden. Ergänzende Kriterien einbezogen.
Am 17. Februar liegt die Beschlussvorlage zum vorläufigen Standort Schaftrift dem Stadtrat vor. Stimmt dieser zu, könne am 18. Februar mit dem Umzug begonnen werden, so Raschpichler.
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